Die Matrikeln der Hohen Landesschule

Projektbeschreibung


In einer einmaligen Zusammenarbeit zwischen Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt e. V. (IGHA) und Schülern der Hohen Landesschule entstand 2020 die Projektidee einer Matrikeldatenbank. Ausgehend von ersten Recherchen erklärte sich die IGHA bereit, im Rahmen der Erforschung der Schulgeschichte eine Transkription der Matrikeln der Hohen Landesschule (HOLA) vorzunehmen. Entstanden ist ein generationenübergreifendes Projekt zur städtischen Geschichte, das deutschlandweit seines Gleichen sucht.
Die Matrikelbände werden im Staatsarchiv Marburg (Hessisches Staatsarchiv Marburg = HStAM) aufbewahrt und liegen in Form von vier Bänden vor. Sie beinhalten alle Schülernamen und Prüfungen zwischen 1645 und 1876.

  • HStAM, 153/1, 1 (1648 – 1748)
  • HStAM, 153/1, 2 (1748 – 1812)
  • HStAM, 153/1, 3 (1813 – 1840)
  • HStAM, 153/1, 4 (1840 – 1876)

  • Hinzu kommt die Matrikel der Akademie der HOLA, die bereits im 19. Jahrhundert von Philipp Braun, damals Direktor des Königlichen Gymnasiums, ediert und veröffentlicht wurde. Sie umfasst die Jahre von 1665 bis 1812. Das Original ist leider verloren gegangen.

  • Philipp Braun: Illustris Scholae HANOVIENSIS LEGES ALBUM CIVIUM ACADEMICORUM, 2 Bde.: 1665 bis 1812 (Beilage zum Jahresbericht des Königlichen Gymnasiums zu Hanau (vordem ,die Hohe Landesschule“) von Ostern 1895 UND 1896), Hanau 1895 U. 1896.
  • HStAM, 156 e, 3316: Ermittlung des Verbleibs der Matrikel der Hohen Landesschule Hanau

  • Dank der Fürsprache von Herrn Martin Hoppe (Fachbereichsleitung „Kultur, Stadtidentität und internationale Beziehungen“ der Stadt Hanau) beim Staatsarchiv in Marburg konnte der erste Band der Matrikel, der eigentlich für die Nutzung gesperrt ist, eingesehen und für die Transkriptionsarbeit fotografiert werden.
    Die Transkription der ersten Bände wurde dann vom Handschriftenkurs „Lesen alter Handschriften“ bei der VHS durchgeführt. Finanziert wurde dieser Handschriftenkurs von der IGHA. Die letzten beiden Bände transkribierte schließlich Dr. André Griemert. Die Datenbank programmierten Schülern der HOLA. Mit dieser Datenbank können die Schüler und Studenten von 1645 bis zum Ende des 19. Jahrhundert in dieser Datenbank erstmals lückenlos recherchiert werden.
    Erste Auswertungsergebnisse der Transkriptionsarbeit und grundlegende Hinweise zur Quellengattung können in folgenden Werken nachgelesen werden:

  • André Griemert: Wann ging Moritz Daniel Oppenheim zur Hohen Landesschule in Hanau? Zugleich ein Prolegomenon für eine Edition der Matrikel des kleinen Gymnasiums der Hohen Landesschule. In: Neues Magazin für Hanauische Geschichte 2020, S. 3–38.
  • Ders.: Die Hohen Landesschule Hanau als Tor zur Welt – die Akademie-Studenten und ihre Herkunft, in: Ausstellungband zur Dauerausstellung Schloss Philippsruhe (forthcoming 2022).
  • Ders.: Die Hohen Landesschule Hanau als Tor zur Welt – die Akademie-Studenten, ihre Herkunft und ihre Lebenswege, in: Tagungsband zur Tagung „Die Neustadt Hanau – ein Drehkreuz im europäischen Kunst- und Wissenstransfer?“ (forthcoming 2022).

  • Weitere Auswertungsarbeiten folgen und werden hier gelistet. Sollten Sie Teilaspekte der Datenbankinformationen für Ihre historische Arbeit verwenden, würden wir uns freuen, wenn Sie uns hierüber informieren. Gerne nehmen wir Ihre Arbeit mit in die obige Liste mit auf. Sehr freuen würden wir uns, wenn Sie uns ein Belegexemplar zur Verfügung stellen.

    Die Angaben in der Datenbank entsprechen den Informationen der Quellenvorlage. Im Falle der Matrikel des Pädagogiums wurden die lateinischen Berufsbezeichnungen – so weit möglich – von Lateinkursen unter Leitung von Frau Anette Enders übersetzt. Nicht übersetzbare Berufsbezeichnungen wurden im lateinischen Original belassen. Gleiches gilt für die Übertragung der Herkunftsorte. Nicht eindeutig zu zuordnende Ortsbezeichnungen sind ebenfalls nicht übersetz worden.

    Zukünftig werden die personenbezogenen Daten noch ergänzt werden. Dies betrifft vor allem die Prüfungen und Versetzung.

    Es kann sein, dass trotz intensiver und sorgfältiger Prüfung es zu Übertragungs- oder Übersetzungsfehlern gekommen ist. Sollten Sie mit der Datenbank arbeiten, so ist im Zweifelsfall auch immer ein Abgleich mit dem Original funktional. Allfällige Ergänzung und notwendige Korrekturen dürfen Sie gerne den Projektverantwortlichen zukommen lassen. Sollten Sie zu einzelnen, in der Datenbank hinterlegten Personen Informationen besitzen, so würden wir uns zudem freuen, wenn Sie uns diese samt Quelle zur Verfügung stellen würden. Auf diese Weise kann und soll die Datenbank weiterwachsen und ausdifferenziert werden.